Bidirektionales Laden wird landesweit eingeführt: Energy Bank baut V2X-Netzwerk in Schweden gemeinsam mit Volkswagen und Vattenfall aus
Pressemitteilung
Stockholm, Schweden, 15. April 2026
Nachdem Energy Bank „Vehicle to Everything“ bei Privathaushalten erprobt und die vollständige Netzintegration bei der Stenberg Housing Association demonstriert hat, installiert das Unternehmen nun 200 bidirektionale E-Ladegeräte in den Schwedischen Regionen der Preiszone SE3 und SE4 und verbindet mehrere Netzbetreiber über einen einzigen Energiepartner.
Bidirektionales Laden funktioniert. Es funktioniert als Vehicle-to-Home (V2H) bei Privatkunden, die ihre Elektrofahrzeuge bereits nutzen, um den Energieverbrauch hinter dem Zähler zu optimieren. Bei der Stenberg-Wohnungsbaugesellschaft in Hudiksvall hat Energy Bank zudem gezeigt, dass es als Vehicle-to-Grid (V2G) mit messbaren Netzdienstleistungen, einschliesslich Frequenzstabilisierung, funktioniert.
Nun ist es an der Zeit, das Projekt auszuweiten. Energy Bank installiert 200 bidirektionale Ladegeräte in den Strompreisgebieten SE3 und SE4. Das Pilotprojekt soll das weltweit erste und grösste V2X-Pilotprojekt auf Basis von Gleichstromladung nach dem CCS-Standard werden. In seiner Rolle als Energiepartner sorgt Vattenfall dafür, dass die Energie aus dem Elektrofahrzeug über verschiedene Energie- und Flexibilitätsmärkte hinweg bestmöglich genutzt wird, unabhängig vom Netzbetreiber und vom Preisgebiet.
Das Projekt bringt wichtige Akteure aus der gesamten Mobilitäts- und Energiewertschöpfungskette zusammen: Volkswagen AG, Vattenfall, Energy Bank und Scania Volkswagen Retailer (SVÅ).
Die Wohnungsbaugenossenschaft Stenberg in Hudiksvall, die als Living Lab der Energy Bank fungiert.
Bewährte Technologie, bereit für die Skalierung
Die MEB- und MEB-Plus-Plattformen von Volkswagen unterstützen bidirektionales Gleichstromladen. Dank extrem schneller Reaktionszeiten eignen sich die Fahrzeuge hervorragend für verschiedene Netzunterstützungsdienste, darunter auch den die Primärregelleistung (FCR-Markt). Energy Bank fungiert als technischer Aggregator, bündelt die Flexibilität aller angeschlossenen Fahrzeuge und stellt sie über ihre Schnittstelle (API-Integration) Vattenfall zur Verfügung.
Das Living Lab Stenberg von Energy Bank hat die gesamte Wertschöpfungskette im Einsatz. Fahrzeugbatterie, bidirektionales Gleichstromladegerät, Immobilie und Stromnetz ermöglichen die Echtzeit-Bereitstellung von Flexibilitätsdiensten. Deshalb ist die landesweite Einführung kein weiterer Technologietest. Es ist der nächste Schritt hin zu einem kommerziellen Angebot.
Nach mehr als 15 Monaten ununterbrochenem Betrieb im Living Lab konnte Energy Bank nachweisen, dass ein bidirektionales Ladegerät mit einem E-Fahrzeug im Bezirk SE2 einen Gesamtumsatz von rund 2’500 Euro pro Jahr erzielt.
Klas Boman ist Initiator und Gründer der Wohnungsbaugenossenschaft Stenberg sowie Mitbegründer der Energy Bank.
Perspektiven der Partner
Energy Bank
„Elektrofahrzeuge werden oft nur als Transportmittel betrachtet. Dieses Projekt zeigt, dass sie auch ein aktiver und wertvoller Bestandteil des Energiesystems werden können.
Gemeinsam mit Volkswagen und Vattenfall wird V2X nun für echte Nutzer Realität. Wir stellen die Technologie nun Fahrzeugbesitzern in Schweden zur Verfügung, die gemeinsam mit uns den Weg zur Kommerzialisierung gestalten. Die Teilnehmer des Pilotprojekts spielen eine wichtige Rolle bei der Nutzung von V2X im Alltag und liefern Erkenntnisse, die entscheidend dafür sind, dass die Technologie in großem Maßstab funktioniert.
Dies ist ein wichtiger Schritt hin zu einem neuen Markt, auf dem Mobilität und Energie aufeinandertreffen und auf dem der Elektrofahrzeugbesitzer dazu beiträgt, die Energiewende voranzutreiben.
- Klas Boman, Projektverantwortlicher, Energy Bank
Vattenfall
„Die Ergebnisse zeigen, dass bidirektionales Laden eine wichtige Rolle in einem Energiesystem mit mehr fossilfreiem Strom spielen kann. Unsere Zusammenarbeit untersucht, wie aggregierte EV-Batterien zur Flexibilität beitragen und das Gleichgewicht sowie die Stabilität des Systems unterstützen können. Wenn die Batterie das Stromnetz unterstützen und Einnahmen generieren kann, ist dies eine Möglichkeit, die Wirtschaftlichkeit und den Wert des Besitzes eines Elektrofahrzeugs zu verbessern und zur weiteren Elektrifizierung beizutragen.“
- Magnus Berg, Manager für Kundenprodukte und -lösungen, Vattenfall
Volkswagen AG
„Fahrzeuge auf der Volkswagen MEB-Plattform sind bereits heute für das bidirektionale Laden bereit. Mit schnellen Reaktionszeiten und der Fähigkeit, vielfältige Netzdienstleistungen zu erbringen, sind unsere Elektrofahrzeuge nicht nur Transportmittel.
„Es handelt sich um mobile Energieanlagen. Dieses Projekt zeigt, was möglich ist, wenn die richtigen Partner zusammenarbeiten.“
- Derek von Rönn, Geschäftsbereichsleiter Charging, Volkswagen AG
Perspektiven der Pilotteilnehmer
Private Haushalte
„Was ich am spannendsten finde, ist nicht nur, was es mir spart. Es ist, was es in großem Maßstab bedeutet. Wenn Hunderttausende von Elektrofahrzeugen als dezentrale Batterie für das Stromnetz fungieren können, müssen wir weitaus weniger teure Infrastruktur aufbauen. Mir gefällt, dass mein Auto dazu beiträgt, ohne dass ich überhaupt darüber nachdenken muss.“
- Amer Kadic
„Ich habe keine Solarmodule und keine stationäre Batterie, nur das Auto und das Ladegerät. Und trotzdem kann ich zum Stromnetz beitragen. Das hat mich am meisten überrascht. Ich hätte nie gedacht, dass mein Auto Es könnte mehr sein als nur ein Fahrzeug, aber jetzt ist es Teil eines Energiesystems. Das ist eigentlich ziemlich cool.“
- Mats Häggbring
Tranås Energi
„Seit über hundert Jahren versorgen wir die Einwohner von Tranås mit Strom aus erneuerbaren Energien – angefangen bei Wasserkraft in einer Mühle bis hin zu einem modernen Energiesystem. V2G ist der nächste logische Schritt auf diesem Weg. Mit sechs bidirektionalen Ladegeräten im Pilotprojekt können wir nun konkret sehen, wie Elektrofahrzeuge zu einem aktiven Teil des Stromnetzes werden können und nicht nur eine Last darstellen. Als lokales Energieunternehmen erhalten wir dadurch völlig neue Instrumente, um das Stromnetz auf nachhaltige Weise auszugleichen und zu stärken.“
- Sven Pålsgård, Leiter des Stromnetzes, Tranås Energi
OKQ8
„Das bidirektionale Laden, auch bekannt als Vehicle-to-Grid, ist eine Geschäftsmöglichkeit, die Elektrofahrzeuge zu einem Teil des Energiesystems macht. Wenn ein Elektrofahrzeug Strom speichern und wieder ins Netz zurückspeisen kann, entstehen neue Einnahmequellen und Mehrwert. Im Rahmen des Pilotprojekts testen wir die Technologie, um herauszufinden, wie sie in unser zukünftiges Produktportfolio integriert werden und zu einem intelligenteren Energiemanagement sowie einer schnelleren Elektrifizierung beitragen kann.“
- Daniel Bogdanoski, Produktmanager, Energy Solutions, OKQ8
Projektdaten
Projekt: Nationale Einführung von Energy Bank V2G
Standort: Schweden (Strompreisgebiete SE3 und SE4) Ladegeräte: 200 bidirektionale Ladegeräte
Teilnehmer: ca. 200 E-Fahrzeug-Besitzer (Privathaushalte und KMU) Installationspartner: Transtema Charge
Abnehmer der Flexibilitätsleistung: Vattenfall Fahrzeugpartner: Volkswagen AG Projektlaufzeit: 2026 bis 2028
Über Energy Bank
Energy Bank entwickelt Technologien, die es Elektrofahrzeugen ermöglichen, durch bidirektionales Laden als dezentrale Energiequellen zu fungieren.
Andere V2G-Aggregatoren bündeln Flexibilität und entscheiden, wie sie genutzt wird. Energy Bank macht das Gegenteil. Wir bündeln die Kapazität der angeschlossenen Elektrofahrzeuge und übergeben die Kontrolle an den Netzbetreiber oder
Stromversorger. Der Ansatz von Energy Bank ermöglicht es Netzbetreibern und Stromversorgern, das fossilfreie Energiesystem von morgen aufzubauen.
Medienkontakt
Klas Boman, Projektleiter
+46 (0)70 591 05 19